Eritreische Migranten: 300 Kinder in 3 Monaten

BERN – Die Zahl der Asylgesuche ist im ersten Quartal 2017 auf 4731 zurückgegangen. Das ist knapp ein Fünftel weniger als im vierten Quartal 2016. Dennoch bleibt die Lage angespannt.

Im Vergleich zur ausserordentlichen Migrationslage vor einem Jahr ist die Migration in Europa weitgehend wieder auf das Niveau vor 2015 zurückgegangen, wie das Staatssekretariat für Migration (SEM) mitteilt.

In der Schweiz ist die Zahl der Asylgesuche im ersten Quartal des laufenden Jahres deutlich gesunken – und zwar um 57 Prozent gegenüber der Vorjahresperiode. Auch im Vergleich zum letzten Quartal 2016 waren es 1094 Gesuche weniger.

300 Babys aus Eritrea

Diese Entwicklung spiegelt sich auch in den wichtigsten Herkunftsländern von Asylgesuchen. Gegenüber dem letzten Quartal 2016 nahm die Zahl der Gesuche aus Eritrea um 33 Prozent auf 939 ab. Dennoch bleibt es das wichtigste Herkunftsland.

Die Zahl der Eritreer, die effektiv in die Schweiz einreisten, sei indes deutlich geringer, schreibt das SEM. Denn: «Bei rund einem Drittel der Asylgesuche handelt es sich um Geburten von Kindern, deren Eltern im Asylprozess stehen.»

Zudem kamen im ersten Quartal 2017 mehrere Gruppen von Eritreern im Rahmen des Relocation-Programms. Bei diesem Programm werden Asylsuchende, die schon in Italien oder Griechenland registriert wurden, auf andere europäische Staaten verteilt.

Bis heute hat die Schweiz im Rahmen dieses Programms 767 Personen aufgenommen, 547 aus Italien und 220 aus Griechenland. Damit sollen diese beiden Dublin-Staaten, die an der EU-Aussengrenze mit sehr hohen Gesuchseingängen konfrontiert sind, entlastet werden.

Eine rückläufige Entwicklung ist auch bei den Anträgen von Menschen aus Syrien zu beobachten. Bei den Syrern ging die Zahl um 15 Prozent auf 425 Gesuche zurück. An dritter Stelle folgt Guinea mit 339 Asylgesuchen, das sind 6 Prozent weniger als im letzten Quartal 2016.

Knapp 7700 Gesuche erledigt

Das SEM erledigte in den ersten drei Monaten des Jahres 7661 Asylgesuche in erster Instanz, 164 Gesuche weniger als im letzten Quartal 2016. Dabei erhielten 1715 Menschen Asyl. 2245 Personen wurden vorläufig aufgenommen. 3128 Gesuche wurden abgelehnt. Auf 1811 Gesuche wurde auf Grundlage des Dublin-Abkommens nicht eingetreten.

Aus der Schweiz ausgereist oder zurückgeführt worden sind in den ersten drei Monaten des Jahres 1917 Personen. Im Vorquartal waren es noch 1987 gewesen. 484 Personen reisten kontrolliert selbständig aus, 791 Personen wurden in ihren Heimatstaat und 642 Personen in einen Dritt- oder Dublin-Staat zurückgeführt. Weitere 1985 Personen reisten zusätzlich unkontrolliert aus – oder ihr Aufenthaltsort ist nicht bekannt.

Mehr Asylsuchende erwartet

Im Januar und Februar 2017 seien wegen der guten Wetterbedingungen mehr Migranten als in den gleichen Monaten der Vorjahre in Süditalien gelandet, heisst es in der SEM-Mitteilung weiter. Auch in den kommenden Monaten dürfte die Zahl der Anlandungen in Italien jahreszeitlich bedingt weiter deutlich zunehmen.

Erwartungsgemäss werde deshalb auch die Zahl der Asylgesuche in der Schweiz im Frühjahr steigen. Auf Monatsbasis legten die Gesuche im März denn auch wieder zu: von 1507 im Februar auf 1636.

(sda)


Blick.ch


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