Ernst Suters Geschichte wirft hohe Wellen


Von Andreas Kurz.
Mit so vielen Reaktionen hätte Barbara Schnyder nicht gerechnet. In den letzten Tagen erhielt die Treuhänderin Hunderte Reaktionen zum Fall von Ernst Suter. Von den Rückmeldungen sind die beiden überwältigt.

Noch während am Sonntagabend der Fall von Ernst Suter in der «Beobachter»-TV-Sendung auf SRF1 lief, läutete bei Barbara Schnyder bereits das Telefon. Am Montag ging es dann richtig los. Am Vormittag habe sie bereits 50 E-Mails und Anrufe von wildfremden Menschen erhalten. «Die Leute sind sehr aufgewühlt», sagt die Treuhänderin, die sich seit Februar um Ernst Suters Finanzen kümmert. «Die Empörung und das Mitgefühl sind in der ganzen Schweiz gross. Besonders darüber, dass die ­Gemeinde bis jetzt nicht mit uns reden wollte Der bisherige ­Höhepunkt war gestern. «Die E-Mails und Anrufe kommen im Minutentakt», sagt Schnyder.

Kirche erlässt Steuern

Kurz vor Redaktionsschluss meldete sich die Reformierte Kir­chen­pflege bei Schnyder und teilte ihr mit, dass sie Suter seine ausstehende Kirchensteuer von ein paar tausend Franken erlassen werde. «Sie finden, dass sie das Geld nicht zugutehaben, und wollen ein Zeichen setzen.» Es meldeten sich auch immer wieder Leute, die Ernst Suter helfen möchten. Eine Frau aus Gossau bot an, ihm Lesen und Schreiben beizubringen. «Ich würde ihm gratis helfen, auch wenn ich keine Lehrerin bin», schreibt die Frau.

Weiter hat sich eine Gruppe von sechs Dürntnern aus verschiedenen Vereinen gebildet, die für Ernst Suter sammeln wollen. «Mit einem passenden Geschenk wollen wir zeigen, dass wir hinter ihm stehen und als Gemeinde einander helfen», sagt Sarah Brändle, die Sprecherin der Gruppe. Aktuell herrsche eine gewaltige Empörung in Dürnten. «Wir versuchen, alles im Überblick zu halten, damit auch nichts geschieht, was zu weit geht.» Es gebe einige sehr verärgerte Bürger, welche sie zu besänftigen versuche.

Auch auf politischer Ebene wurden bereits Forderungen laut. Die Jungfreisinnigen Kanton Zürich fordern in einer Medienmitteilung von Gemeindepräsident Hubert Rüegg (FDP) eine umgehende wie umfassende Aufklärung der Geschehnisse und verlangen, dass die betreffenden Personen zur Verantwortung gezogen werden.

Auch beim «Zürcher Oberländer» gingen im Verlauf des Tags bereits mehrere Leserbriefe zum Fall ein. Auf «ZO-Online» haben Leser in den letzten beiden Tagen über 40 Kommentare zum Fall verfasst. Der Tenor der Reaktionen ist eine Mischung aus Hilfsbereitschaft und Empörung. Es gab jedoch auch Kommentare, die das Vorgehen der Behörden verteidigen.

Spenden nicht sinnvoll

Barbara Schnyder ist es ein ­Anliegen, allen herzlich für die Reaktionen zu danken. «Leider ist es mir momentan unmöglich, allen zu antworten.» Zudem werde sie von Anfragen von Leuten überhäuft, die Geld spenden möchten. «Momentan ist das aber weder nötig noch sinnvoll», sagt Schnyder. «Wir hoffen ja immer noch, dass die Gemeinde einlenkt.»

Beim Treffen mit «regio.ch» am Dienstagnachmittag wirkt Ernst Suter, der sich aufgrund einer bevorstehenden Theateraufführung einen Bart wachsen liess, optimistisch. Die vielen Reaktionen geben ihm Mut. «Heute habe ich nicht mehr so Angst, dass ich das Haus verliere. ­Irgendeine Lösung wird es geben», sagt er. «Ich hoffe auch, dass sich Herr Rüegg jetzt wieder an mich erinnert (regio.ch)


ZOL.ch


1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (7 Bewertungen, Durchschnittlich: 4,86 von 5)
Loading...
"Wenn Unrecht zu Recht wird, wird WIDERSTAND zur Pflicht!"
Veröffentlicht unter Allgemein, Einkommensteuer, Finanzen, Gesetz, Politik, Staat, Widerstand