«Fall Suter» auch in Maur

In Maur zeichnet sich ein ähnlicher Steuerfall ab wie in Dürnten: Bauer Herbert Trachsler hat über zehn Jahre keine Steuererklärung eingereicht und wurde als Top-Verdiener eingeschätzt – jetzt soll er 80’000 Franken bezahlen.

Der Fall von Ernst Suter hat vor eineinhalb Jahren hohe Wellen geworfen. Der Hilfsarbeiter wurde aufgrund nicht eingereichter Steuererklärungen viel zu hoch eingeschätzt und zahlte rund 250’000 Franken zu viel an Steuern. Den Betrag konnte er unter anderem nur mit dem Verkauf von Land an die Gemeinde berappen.

Erst durch den Druck der Öffentlichkeit und dem Engagement von Dürntner Stimmbürger wurden ihm die zu viel bezahlten Steuern in Form einer Schenkung zurückbezahlt.

Beinahe Hof verloren

In der Gemeinde Maur scheint sich der Dürnter Fall nun in ähnlicher Form zu wiederholen. Herbert Trachsler hat seit über zehn Jahren keine Steuererklärung mehr eingereicht. Der in einfachen Verhältnis lebende Mann lebt auf dem elterlichen Hof in Maur an der Schifflände. Aufgrund psychischer Probleme holte er eingeschriebene Briefe nicht mehr ab und liess Rekursfristen gegen Steuereinschätzungen ungenutzt verstreichen.

Die Folge: Im Jahr 2013 wurde er als Top-Verdiener mit einem Jahreseinkommen von 180’000 Franken eingeschätzt. Nun sitzt er auf Steuerschulden von rund 80’000 Franken. Erst in letzter Sekunde konnte er die Pfändung seines Hofes abwenden. Dank dem Hilfe eines Bekannten aus der Gemeinde hat Trachsler nun Unterstützung durch Treuhänderin Barbara Schnyder. Sie hat bereits Ernst Suter beraten und seinen Fall öffentlich gemacht.

Gespräch brachte nichts

Ein erstes Gespräch mit den Mauremer Behörden blieb ohne Ergebnis, auch der Kanton hat ein Willkürbeschwerde im letzten Oktober abgewiesen. Treuhänderin Schnyder hat nun aber nochmals ein Treffen mit der Gemeinde vereinbaren können, das im Februar stattfinden soll. «Ich hoffe, dass die Gemeinde Herbert Trachsler entgegenkommt.»

(ZO/AvU) Von Beatrice Zogg


ZOL.ch


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