Rapperswiler Kind ist seit über zwei Jahren in den Händen der KESB

Wann darf der 10-jäh­ri­ge Sa­mu­el wie­der nach Hau­se?

Niemand glaubt, dass so etwas in der Schweiz möglich ist: Der von der Polizei im Auftrag der KESB aus der Schule abgeführte Samuel* aus Rapperswil darf immer noch nicht zu seiner Mutter. Seit über zwei Jahren. Die Mutter weiss nicht einmal, wo ihr Kind wohnt. Zwei Ärzte beziehen Stellung.

Vorneweg eine wichtige Information zu diesem Bericht: Der Ex-Amtsarzt von Rapperswil-Jona, Dr. med. Bernd Lagemann, kennt Samuel* (*Name geändert), seine Mutter D. K. und dessen Grossmutter seit Langem. Die Familie sei rundum in Ordnung. Es gebe absolut nichts zu beanstanden, sagt der Arzt.

Genauso äussert sich Daredschan Messengiesser, die Joner Hausärztin von Samuels Mutter und Grossmutter: «Beide sind grossartige, aber von der KESB leidgeprüfte Frauen. Schreiben Sie bitte über diese unmenschliche, barbarische Katastrophe», sagt sie. Und sie sei schockiert, was diesem Kind und der Mutter angetan werde.

Und: Die Geschichte ist wahr, auch wenn Sie, liebe Leserin, lieber Leser, es kaum glauben können.

Sie können dafür einstehen, dass Samuel wieder zur Mutter darf. Schreiben Sie eine kurze Mail an: samuel[@]obersee-nachrichten.ch

Die ON haben Ende 2014 berichtet, wie die KESB Linth am 7. Februar 2014 den achtjährigen Rapperswiler Buben Samuel wie einen Sträfling aus seiner Schulklasse abführen liess und zur «Fremdplatzierung» in eine Pflegefamilie brachte.

Heute, über zwei Jahre später, muss er immer noch, wie ein Gefangener der KESB, in einem abgelegenen Bauernhaus im Toggenburg leben. (Die ON kennen seinen Aufenthaltsort, halten ihn aber vorerst geheim.)

Samuels Mutter selber weiss nicht, wo ihr Kind wohnt. Sie ist verzweifelt und finanziell am Ende. Bisher haben sie und ihre Mutter, die Samuel jeweils tagsüber gehütet hat, über 70 000 Franken an Anwalts-, Ärzte- und Gerichtskosten bezahlt.

Zudem: Der Bube, die Mutter und die Grossmutter hatten wegen der KESB-Einwirkung schon mehrere gesundheitliche Zusammenbrüche.

Warum die Fremdplatzierung?

Der Grund, dass der alleinerziehenden Mutter ihr Kind weggenommen wurde, war ihre Weigerung, Samuel dem Kindsvater und Ex-Partner an den Wochenenden zu überlassen. Dies hatten ihr Samuels Arzt, Dr. Lagemann, und die Psychologin des Jungen empfohlen. Denn Samuel klagte vor und nach den Besuchen beim Vater stets über Krankheiten, vereinzelt auch über sexuelle Übergriffe, und musste deshalb psychisch betreut werden. Diese und weitere Ungereimtheiten auf Vaterseite sind aktenkundig. (Trotzdem aber darf der Vater Samuel bis heute besuchsweise und ohne Aufsicht zu sich nach Hause nehmen, auch wenn die Ärzte davor gewarnt haben.) Unter der damaligen Leitung von Johanna Gämperli überging die KESB sogar den Amtsarzt, entzog der Mutter das Obhutsrecht und liess den Achtjährigen von der Polizei aus der Schule abführen.

KESB versteckt das Kind

Seither hält die KESB das Kind an einem unbekannten Ort im Toggenburg vor der Mutter versteckt.

Erst am 17. August 2014 durfte die Mutter ihr Kind dann in Rapperswil, in einem KESB-Haus und unter Aufsicht, ein erstes Mal wieder sehen, danach noch einmal einen Monat später.

Da Samuel nach diesen zwei Begegnungen im Toggenburg Heimweh hatte und nicht mehr zur Schule wollte, durfte die Mutter ihr Kind ab da nicht mehr treffen. Dies hat die KESB dann unter Dr. Walter Grob verordnet, der die Behörde seit Anfang Juni 2014 führt.

Treffen nur unter Aufsicht

Ab September 2014 bis Dezember 2015 durfte die Mutter mit ihrem Kind nur noch jeden Mittwoch um 18 Uhr maximal 30 Minuten telefonieren. Der 10-Jährige selber darf seine Mutter nie anrufen. Bis heute nicht!

Seit letztem Dezember darf D. K. ihren Samuel einmal pro Monat am Sonntag sehen. Von 10 bis 15 Uhr. Dies aber nur mit dem KESB-Begleiter D. L. Er fährt die beiden mit dem Mobility-Auto an Ausflugsorte. Muss der Begleiter aufs WC, muss Samuel mitgehen, denn der KESB-Mann lässt die Mutter mit ihrem Kind nie allein!

Nach Hause darf Samuel nie. Seine geliebten Springmäuse, sein Zuhause, seine Grossmutter, seine Freunde und sein Zimmer hat Samuel seit über zwei Jahren nicht mehr gesehen!

Heimweh und Krankheit

Samuel plagt im Toggenburg dauerndes Heimweh. Er wohnt dort in einer Talsenke auf einem kleinen Bauernhof und ist öfters krank. Kürzlich musste er wegen einer Augenentzündung gar ins Spital nach St. Gallen. Auch vor einem halben Jahr musste er notfallmässig ins Spital. Die KESB hat die Mutter über die Spitaleinlieferungen nicht einmal informiert.

«Dr. Grob hat mich angelogen»

Immer mehr Menschen halten diesen Fall nicht mehr aus. Anders sieht es bei der KESB aus.

Der ehemalige Arzt von Samuel, Dr. Bernd Lagemann, sprach Mitte letzten Jahres bei Walter Grob, Direktor der KESB Linth, vor. Er wollte ihn dazu bringen, Samuel nach Hause gehen zu lassen. Grob aber sagte dem früheren Arzt von Samuel, das gehe ihn nichts an.

Lagemann hatte vor dem Treffen Einsicht in den KESB-Bericht über Samuel gehabt und darin gelesen, dass es dem Buben gesundheitlich schlecht gehe. Darauf angesprochen, habe Grob dem Ex-Arzt tatsachenwidrig gesagt: Dem Jungen gehe es gut, und ihm «frech ins Gesicht gelogen», wie Dr. Lagemann ausführt (siehe Leserbrief in diesen ON auf Seite 31).

Momentan liegt der schier unvorstellbare Fall vor dem Kantonsgericht St. Gallen. Auf die ON-Anfrage, wann daüber entschieden werde, teilte das Gericht mit, es gebe keine Auskunft.

Samuels Mutter sagte den ON auf Anfrage, der Präsident der KESB Linth, Dr. Grob, habe mit ihr oder mit ihrem Kind noch nie persönlich gesprochen.

Bruno Hug



Obersee Nachrichten.ch


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